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Biografie Kamal Al-Labwani Der Politiker Kamal al-Labwani Kamal al-Labwani stammt aus der syrischen Kleinstadt Zabadani. Als Militärarzt wurde er 1982 mit dem Massaker in der mittelsyrischen Stadt Hama konfrontiert, bei dem bis zu 30,000 Menschen ihr Leben verloren. Dies bewog ihn, in Opposition zu dem herrschenden Ba’ath-Regime zu gehen.
Er gründete die „Liberale Demokratische Union“ Syriens und schloß sich der Bewegung „Damascus Spring“ um Riad Seif an, die 2001 angeregt durch den Machtwechsel in Syrien – nach dem Tod von Hafiz al-Assad am 10. Juni 2000 hatte sein Sohn Bashar die Regierungsgewalt übernommen; Bashar hatte in London studiert und dort auch geheiratet und gab sich zunächst als Vertreter liberaler Ansichten – sich für mehr Freiheit und Demokratie einsetze und hochrangige Fälle von Korruption anprangerte.
Kamal al-Labwani wurde im September 2001 verhaftet, nachdem er am 6. September an einem politischen Seminar im Haus von Riad Seif teilgenommen hatte. Am 22. August 2002 wurde er zu 3 Jahren Gefängnis wegen „Umsturzversuchs“ verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er im September 2004 freigelassen.
In 2005 bereiste Kamal al-Labwani mehrere europäische Staaten und die USA. Er sprach mit Politikern und Institutionen, wie z.B. der Konrad-Adenauer-Stiftung, über die politische Lage in Syrien. Er war der erste syrische Oppositionspolitiker, der ins Weiße Haus in Washington geladen wurde, wo er in Gesprächen mit Beratern des Präsidenten um Unterstützung für die Demokratiebewegung in Syrien warb.
 Dr. Kamal al-Labwani Der Kern seiner Botschaft lautete „Wir möchten nicht, dass Gewalt gegen Syrien eingesetzt wird, noch nicht einmal Sanktionen, weil darunter nur die einfachen Leute in Syrien leiden und die haben schon genug durchzustehen gehabt. Wir möchten kein Geld von euch, denn das wird uns euch gegenüber verpflichten. Die Demokratie muß sich innerhalb Syriens entwickeln. Was wir von euch wollen, ist eure nachdrückliche diplomatische Unterstützung, wenn wir den Mut fassen, unsere Stimmen zu erheben und Demokratie und Menschenrechte für die Menschen in Syrien fordern.“
Nach seiner Rückkehr wurde Kamal Al-Labwani am 8. November 2005 am Flughafen Damaskus erneut verhaftet. Er sitzt im Adra-Gefängnis in Damaskus ein. Seine Zelle befindet sich im Flügel Nr. 5, der normalerweise gewalttätigen Häftlingen vorbehalten ist. (Auch andere politische Gefangene wurden mit Kriminellen zusammen eingesperrt, offensichtlich um sie einzuschüchtern und ihrer gegenseitigen Unterstützung zu berauben. So ist der Journalist Michel Kilo beispielsweise im gleichen Flügel wie die Sexualverbrecher untergebracht. Kamals Anwalt, Anwar al-Bunni, der ebenfalls verhaftet wurde, sitzt bei den Dieben ein.) Kamal soll im Gefängnis geschlagen und bedroht worden sein. Die Anklage wirft ihm vor, er habe eine ausländische Macht aufgefordert, „Syrien zu besetzen“. Auch wenn diese Anklage völlig absurd ist, für Kamal Al-Labwani kann sie lebenslänglich bedeuten!
Der Familienvater Kamal al-LabwaniKamal al-Labwani ist verheiratet und hat 3 Kinder. Seine Frau Samar arbeitet als Ingeneurin.
 Hind, Samar, Haifa und Omar - Kamals Familie Der Sohn Omar (14 Jahre) ist wohl am stärksten von der Inhaftierung Kamals betroffen. Er kapselt sich ab, seine Schulnoten haben sich verschlechtert, und er versucht, mit TV und Fußball den allgegenwärtigen Problemen zu entfliehen.
Hind, die älteste Tochter, ist ruhig und behält ihre Gefühle für sich. Sie steht kurz vor ihrem Schulabschluß und ist die einzige in der Familie, die einigermaßen englisch spricht. Daher trägt sie bereits in jungen Jahren die Verantwortung, mit den internationalen Freunden und Unterstützern Kamals zu kommunizieren.
Die jüngere Tochter Haifa ist sehr lebhaft und zeigt es deutlich, wenn sie zornig ist oder auf Unrecht trifft, darin schlägt sie wohl ihrem Vater nach. Sie interessiert sich für Mode und Kosmetik. Laut Kamal muß der Schulbus immer auf sie warten, weil sie noch mit ihrer Frisur und Make-up beschäftigt ist.
Die meisten Mitglieder von Kamals Familie, seine Brüder, eine Schwester, Cousins und Cousinen, leben in Zabadani, wo sie Samar und die Kinder unterstützen und beschützen.
Kamal hat viel von seiner Entschlossenheit von seiner Mutter geerbt. Als er noch ein Junge war und Hafiz al-Assad und die Ba’ath-Partei mit der Unterdrückung des syrischen Volkes begannen, hat sie ihm immer wieder eingehämmert: „Laß Dich nicht von ihnen unterkriegen.“
Für Kamal ist es wichtig, seine Familie in alle Entscheidungen und Aktivitäten einzubeziehen. Artikel oder Reden sendet er wenn möglich zuerst zu seiner Familie, um von dort Anregungen und Kritik zu erhalten. Leider hat er bei seiner Rückkehr aus den USA nicht auf den Rat der Familie gehört, nicht nach Syrien einzureisen.
Der Maler und Dichter Kamal al-Labwani Während seiner ersten Inhaftierung 2001-4 führte Kamal einen Hungerstreik durch und verlor 22 kg an Gewicht, bis ihm Schreibzeug und Malutensilien zugeteilt wurden. Er schrieb zwei Bücher und mehrere Gedichte. Das erste Gemälde während der Haft war ein Bild seiner Mutter, das gleich konfisziert wurde.
2005 gelang es ihm, ca. 30 seiner Bilder nach England zu bringen, die dort in einer Ausstellung in Basildon gezeigt wurden. Mit dem Verkaufserlös von 12 seiner Bilder finanzierte er seine Reisen in die USA und durch Europa, um in diesen Ländern Unterstützung für die Opposition in Syrien, die Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten einzuwerben.
 Frozen Society Zu seinem Bild „Frozen Society – Gefrorene Gesellschaft“ sagte Kamal al-Labwani: „Seit Hafiz al-Assad vor ungefähr 35 Jahren die Kontrolle über alle Bereiche in Syrien an sich brachte, haben er, und jetzt sein Sohn, Bashar, sich allen Versuchen widersetzt, irgendetwas zu verändern; daher ist die syrische Gesellschaft in einem virtuellen Kühlschrank eingefroren.“
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